Auszug aus Bürstädter Zeitung vom 04. Mai 2004 (Herzlichen Dank an die Redaktion)

                        

Frühlingskonzert 2004

 

Wenn der Männerchor tanzt..........

........ "Reise und die Welt" mit dem MGV im Bürgerhaus.

Von Schweden bis Südafrika und vom Wilden Westen bis Russland reichte die musikalische Reise, zu der am 2. Mai ins Bürstädter Bürgerhaus eingeladen wurde.

Der Vorsitzende Klaus Ohl zeigte sich mehr als zufrieden mit dem guten Besuch und vor allem dem begeisterten Publikum.

Und es ist ja erst 2 Jahre her, als der MGV 02 sein "Hundertjähriges" mit einem grossen Konzert zu einem Bürstädter Ereignis machte. "Wir wollten und konnten das auch nicht steigern", erklärte Dirigent Helmut Vorschütz.

Allerdings sorgte der Leiter der Musikschule Heppenheim dafür, dass auch diesmal wieder ganz besondere Akzente gesetzt wurden. Das begann gleich damit, dass das Jugendfolkloreensemble unter der Leitung von Judith Portugall die zwei Konzertteile mit je drei instrumentalen Stücken eröffnete.

Das war ein schöner Kontrast zum Gesang des Männerchores. Und natürlich ist es für den Nachwuchs wichtig, Konzerterfahrung zu sammeln, da einige Auftritte im Rahmen des Hessentages jetzt in der Kreisstadt anstehen.

Das MGV Konzert hatte eher unbewusst, wie Helmut Vorschütz als charmanter Moderator erfreut gestand, pünktlich zur EU-Erweiterung einen leichten osteuropäischen Schwerpunkt. So durften sich die Besucher über das in Prag vorgetragene und von den Tschechen begeistert gefeierte "Chekolina" freuen. Da gab es schon fast Stakkato-Elemente zu hören die sehr präzise vorgetragen wurden.

Mezzosopranistin Katja Rommel interpretierte die "Julischka aus Budapest" mit mächtig viel Temperament. Und beim "Balkanfeuer" des grandiosen Chores mit Bariton Milan Milovic erschloss sich den Bürstädtern durch den gebürtigen Bosnier die tiefe musikalische Seele der europäischen Halbinsel.

Allerdings sind Milovic auch die melancholischen und heiteren Elemente der italienischen Opernwelt nicht fremd. Zwei "Canzonen", venezianisch inspirierte Lieder, die Lust auf eine Gondelfahrt in der Lagunenstadt machten und eine Arie von Mozart "Non piu andrai" liessen vergessen, das ja eigentlich ein "Nichtitaliener" auf der von Karl-Heinz Harfmann schön mit Blumenschmuck arrangierten Bühne agierte.

Ins heimische Deutschland oder fast schon in die Europastadt Berlin entführte Katja Rommel mit kessem Auftritt und überragender Stimme das Publikum bei der "Glücklichen Reise" und einem virtuos vorgetragenen "Ein Lied geht um die Welt".

Der Vorteil der solistischen Einlagen war, dass sich die Bürstädter Männerstimmen um Helmut Vorschütz immer prächtig erholen konnten. Bei Stücken wie dem schwedischen " I manans skimmer" oder vor bekannteren Folksongs wie "Clementine" kam die exakte Ausspräche der Chormitglieder zum Tragen. Das wurde auch bei dem fast schon brillant wie ein Hauch vorgetragenem Lied "Wahre Liebe" deutlich.

Ungewohnt gab es zum offiziellen Abschluss sogar einen tanzenden Chor zu sehen, bei "Siyahamba" aus Südafrika. Das Publikum war nicht zu halten und durfte bei diesem Lied als Zugabe sogar mittanzen.

Dieses Konzert war mehr als ein Erfolg für den MGV02 - es war eine hervorragende Werbung für alle, die sich im Chorgesang zusammenfinden.